CATALANOQUIEL-Eugenio-Catalano-Sebastian-Quiel-Marcello-Bonon-Wettbewerb-Jung-Gruendervilla-Architekten-JUN-Competition

JUN
Umbau und Erweiterung der Jung Gründervilla

Wettbewerbsbeitrag
gemeinsam mit M.A. Marcello Bramigk Bonon

Ort
Deutschland – Nordrhein-Westfalen - Schalksmühle

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Städtebauliche Einordnung
Die Villa aus dem Jahr 1928 wurde entworfen als baukünstlerische Skulptur inmitten einer Parklandschaft. Das Gebäude springt von dem entlang der Bergstraße üblichen Straßenabstand zurück in den Park hinein und betont so seine besondere Identität. Nach dem Rückbau der später hinzugefügten Garage wird die Villa wieder als solitäre Skulptur in ihren historischen und harmonischen Proportionen freigestellt. Am Ort der Garage entsteht der neue Erweiterungsbau. Dieser schließt sich unterhalb des Hof-Niveaus an die Villa an. Von der Straße aus gesehen liegt der gesamte Neubau unsichtbar im Gelände. Der als langer schmaler Riegel konzipierte Neubau tritt durch die topografische Lage zum Garten hin aus dem Gelände heraus und ragt schwebend in die Landschaft hinein. So bewusst wie die Villa das Grundstück besetzt wird auch der in den Hang eingeschnittene Riegel zur Skulptur im Park. Dabei entsteht zwischen Villa und Neubau eine spannungsvolle Dualität: Während allein die als Solitär konzipierte Villa den Besucher von der Straße aus empfängt, entsteht im Park ein Ensemble aus zwei individuellen Baukörpern. Der steinerne Solitär einerseits und der gläserne Riegel andererseits bilden zusammen eine Synergie aus Tradition und Zukunft. Die Anordnung der beiden Baukörper zueinander definieren einen gemeinsamen Außenraum als erweiterten Workspace, als Kommunikations- und Begegnungsraum im Park. Die gesamte Dachfläche des Erweiterungsbaus bildet zusammen mit dem historischen Seitenportal der Villa eine neue großzügige Aktionsfläche, von der aus Villa und Park aus prominenter Perspektive neu erlebbar werden.
Gebäudestruktur und Funktionalität

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Der Besucher betritt das Gebäudeensemble durch das bestehende Hauptportal und gelangt in die historische Eingangshalle, die sich zum Besprechungsraum hin durch eine große Glastür öffnet. Eine neue offene und helle Treppenanlage ist in die Eingangshalle eingestellt. Die repräsentative Halle wird dadurch Teil eines neuen offenen Treppenraumes, eindrucksvoll beleuchtet durch die historischen bunten Treppenfenster im 1.OG. Die neue Treppenanlage verbindet als zentraler Knotenpunkt alle Bereiche der Villa und des neuen Erweiterungsbaus. Der Treppenlauf ist so angeordnet, dass der Besucher aus der Halle direkt in den lichtdurchfluteten neuen Workspace im UG der Villa und im Anbau geleitet wird. Auch gelangt man von der Halle aus direkt und ebenerdig durch das Seitenportal auf die neue große Freifläche auf dem Erweiterungsbau. Die innere Organisation der Villa entwickelt sich aus ihrem historischen Bestand. Im EG liegen die Bereiche mit öffentlicher und repräsentativer Bedeutung, der Besprechungsraum, das Kaminzimmer und die Le Corbusier Lounge. Im 1.OG befinden sich Büroräume, Werkstatt und ein offener Personalbereich. Das bis in den Spitzboden geöffnete Dachgeschoss mit seinem freigelegten hölzernen Dachstuhl beherbergt zwei Gäste-Apartments und eine große gemeinsame Küche. Der neue Anbau schließt sich auf Ebene des UG an die Villa an. Die bisher ungenutzten UG-Flächen der Villa werden mit dem Anbau vernetzt und in den neuen Workspace eingebunden. Die Flächen des UG werden dadurch als vollwertige und attraktive Arbeitsfläche aktiviert, der Erweiterungsbau kann durch diese Flächenoptimierung kleiner und effektiver gestaltet werden.

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Gestaltungskonzept
Die Villa ist Familiengeschichte - die charaktervolle Gestalt, Detaillierung und Materialität des Hauses sollen bei der Sanierung bewahrt und mit in die Zukunft genommen werden. Diesem gestalterischen Grundprinzip folgend soll der Bestand so weit wie möglich unberührt bleiben. Die Fassade der Villa erhält einen hellen Kratzputz ähnlich dem ursprünglichen Bestand, die charierten Steinsockel und -friese werden herausgearbeitet. Historische Details wie Einbaumöbel, Fensterbeschläge oder Lichtschalter bleiben erhalten und werden wo nötig restauriert. Die erhaltenen Boden-, Wand- und Deckenbeläge werden freigelegt und maßvoll instandgesetzt. Sämtliche räumliche Veränderungen in der Villa sollen ablesbar bleiben, indem sich etwa die Spuren entfernter Wände durch Streifen des neuen Bodens im alten Bodenbelag abzeichnen. Die historische Materialität wird lediglich um zwei neuen Oberflächen ergänzt: Dunkler Gussasphalt-Terrazzo für sämtliche neuen Bodenflächen und Weiß für alle neuen Wände, Decken, Stützen und Fenster - sowohl in der Villa, als auch im Erweiterungsbau. Vor der Kulisse dieser konsequent zurückhaltenden Materialtät treten zwei Elemente hervor: Das Le Corbusier Zimmer sowie die neue Treppenanlage als skulpturaler Kern der Villa und des Anbaus werden in den Farben der Le Corbusier Polychromie Architecturale gestaltet.

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Auslober
Albrecht Jung GmbH & Co. KG

Jury
Keggenhoff , Partner, Architekten und Innenarchitekten
Peter Cachola Schmal, Direktor DAM
Reichel Schlaier, Architekten
Kleihues + Kleihues , Architekten
RieglerRiewe, Architekten
Schneider Schumacher, Architekten

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